Als ich mich im
März 2010 auf Twitter angemeldet habe, hätte ich nie gedacht das Twitter
einmal einen großen Einfluss auf mein Leben haben würde.
Es ist doch nur ein soziales Netzwerk!
Ein soziales Netzwerk soll grundlegend dazu dienen mit Freunden aus der realen Welt weiter Kontakt zu halten oder alte, schon fast vergessene Menschen wieder zu finden.
Twitter ist zu dem einfaches Mikroblogging in 140 Zeichen.
Zu
Anfang habe ich Twitter selten genutzt. Wie wohl jeder. Anmelden, nicht
verstehen, irgendwann zurück kommen und nie wieder gehen!
Twitter war für mich ein Ventil. Eine Art Tagebuch! Mit Reaktion. Eine virtuelle beste Freundin!
Ich schrieb Kummer und Sorgen runter und erhielt tröstende Worte.
Hierbei geht es mir nicht darum einfach viel Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern einfach Gedanken los zu werden die mich quälen. Fremde Menschen haben oft einen ganz anderen Blick auf meine Probleme und geben mir ganz andere Lösungsansätze aus z.b. deren Erfahrungen und ohne mich zu kennen.
Irgendwann im Laufe der Zeit habe ich @Saendralein ein Gesicht gegeben. Mein Gesicht!
Es haben sich hunderte von Followern und Tweets angesammelt.
Mein erstes Twitter-Treffen-Münster (#ttms) folgte.
Ohne dieses Treffen hätte ich einige Menschen, die ich heute gute Freunde nennen darf, gar nicht kennen gelernt.
Womöglich
wäre ich nicht mal aktiv bei den Piraten! Wer weiß ob ich mich
überhaupt jemals aufgerafft hätte, mich politisch etwas zu informieren.
Womöglich wäre ich immer noch nicht in Berlin gewesen und hätte bei der Bundestagswahl nichts gewählt.
Ohne
das Twitter-Treffen wäre ich womöglich nie in die Pool Hall gegangen.
Ich hätte nie die Chefin kennen gelernt und ich wäre nie auf die Idee
gekommen dort zu arbeiten.
Ohne
Twitter oder das Twitter-Treffen hätte ich nie Kontakt mit Jan Josef
Liefers aufgenommen. Ich hätte ihm womöglich nie gegenüber gestanden.
Nicht mit ihm ein paar Minuten im Hotel verbracht!
Ohne Twitter wäre ich definitiv nie mit meinem Ex zusammen gekommen! Nie im Leben! Ich weiß nicht wie ich ihn sonst hätte
kennen lernen sollen. Ich habe ihn über einen Twitterer kennen gelernt.
Und ohne meinen Ex wäre ich nie beim Grand Slam Münster 2012 der Donots
gewesen. Oder gar bei Cro im Backstage.
Ja, ich würde sagen viele Dinge sind nur durch Twitter entstanden.
Ich habe Twitter viele gute Freunde, einen Job, meinen Ex, die Piraten und viele einzelne Erlebnisse, die durch die genannten Dingen erfolgt sind, zu verdanken.
Twitter ist über die Jahre ein riesen Bestandteil meines Lebens geworden.
Wie gut das ist weiß ich noch nicht genau!
Ich stelle mir nun seit einigen Tagen dendoch die Frage ob das alles so richtig ist.
Ich frage mich ob es für mich gut ist, dass ich so oft in Twitter bin und so viel schreibe.
Ob es ok ist auch über Gefühle zu twittern.
Ich habe Angst, dass wenn ich meine Timeline nicht nachlese ich etwas verpasse.
Ich
folge fast 600 Menschen. In 20 Minuten habe ich fast 100 neue Tweets zu
lesen! Ich mag mir gar nicht ausrechnen wie viele Tweets das auf den
Tag verteilt sind.
Wenn ich über 5 Stunden arbeite kann ich meine Timeline nicht lesen. Und mein Twitter-Client speichert nur 1000 Tweets! Horror.
Ich
muss mir bewusst machen, dass es nicht wichtig ist alles mitzubekommen.
Sowas geht doch gar nicht. Vorallem nicht wenn ich im Studium bin. Oder
ich einen acht Stunden Arbeitstag habe.
Letztens
irgendwann mal habe ich es geschafft 5 Tage von Twitter fern zu
bleiben, aber nur, weil ich den Account deaktiviert habe.
Immer
wieder wollte ich was twittern und was los werden was mich gerade
beschätigt oder aufregt. Immer wieder wollte ich meine Timeline lesen.
Ich gehe mit Twitter schlafen, ich stehe mit Twitter auf.
Ohne Twitter wäre der Durchschnitt meines Abschlusszeugnis womöglich ein bisschen besser!
Trotzdem bin ich dankbar für all die Dinge.
Dankbar dafür, dass ihr mir Tipps und Tricks gebt,
Fragen beantwortet,
mir zur Seite steht,
für alle aufmunternden Worte.
Danke, dass ihr da seid und ich so viele Menschen kennen lernen durfte.
(Ich
bin noch immer überfordert, wenn mich plötzlich wildfremde Menschen
ansprechen und sagen: "Du bist doch Sandra, oder? Ich kenne dich aus dem
Internet" WTF?!)