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03.09.2013

Was tust du da eigentlich?

Dieser Text ist einer meiner etwas neueren Poetry Slam Texte. 
Ein Video folgt hoffentlich bald noch
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Was tust du da eigentlich?

Du stehst einfach nur da und starrst dort hin!

Dort steht ein junger, groß und stark gebauter Mann aufgebaut vor einem älteren Mann mit Rollator.
Du merkst, siehst und hörst dann, dass er den älteren Mann bedroht.

Und du stehst einfach nur da und starrst dort hin!

Und dann blickt der Mann auf und dir direkt ins Gesicht. 
Und weißt du was er denkt?

Er denk:

„Was tust du da eigentlich?

Wieso stehst du einfach nur da und starrst hier her?

Wieso geht deine Hand nicht zu deinem Handy und wält die Nummer der Polizei? Du kannst doch sonst alles damit.“

Du stehst einfach nur da und starrst.



Was tust du da eigentlich?

Du stehst einfach nur da und starrst dort hin!

Dort fährt ein Auto langsam an drei redenden und lachenden Mädchen vorbei. Sie sind 9 Jahre alt.

Der Autofahrer beugt sich rüber, dreht die Scheibe herunter und sagt etwas. Die Mädchen hören sofort auf zu lachen und gehen rasch weiter. Doch der Mann holt sie wieder ein und winkt sogar mit Süßigkeiten.

Und du stehst einfach nur dort und starrst dort hin!

Und dann dreht sich eines der Mädchen um und blickt dir ins Gesicht. 
Und weißt du was sie denkt?

Sie denkt:

„Was tust du da eigentlich?

Wieso stehst du einfach nur da und starrst hier her?

Wieso geht deine Hand nicht zu deinem Handy und wält die Nummer der Polizei? Hast du das etwa nicht gelernt?“

Du stehst einfach nur da und starrst



Was tust du da eigentlich?

Du stehst einfach nur da und starrst dort hin!

Dort steh ein Mann mit gezückter Waffe am Bankschalter und bedroht die Bankangestelltin. Auf dem Boden liegen Menschen und halten die Hände an den Kopf.

Und du stehst einfach nur dort und starrst dort hin!

Und dann blickt die Frau auf, an dem Mann vorbei und dir ins Gesicht. 
Und weißt du was sie denkt?

Sie denkt:

„Was tust du da eigentlich?

Wieso stehst du einfach nur da und starrst hier her?

Wieso geht deine Hand nicht zu deinem Handy und wält die Nummer der Polizei? Du stehst auf der anderen Straßenseite und dir kann doch nichts passieren.“

Du stehst einfach nur da und starrst.



Und jedes mal standest du einfach nur da mit dem Handy in der Hand und hast gestarrst.

Dabei hättest du einfach nur anrufen müssen. Nur anrufen.

19.10.2011

Ein Text über Zivilcourage

Ich lese so oft in der Zeitung, dass wieder wehrlose Menschen Opfer von Gewalt wurden. Einfach so - und niemand handelte. 
Ein Zeitungsartikel brachte mich dazu, diesen Text wieder rauszukrammen, um ihn zu bearbeiten und morgen, 20.10.2011, auf einem Poetry Slam in Münster vorzutragen...


Wir stehen dort wie gebannt  in der U-Bahn Station. Ich stehe dort und mein Herz schlägt schnell. Atme tief ein und aus. Ihre Hand umfasst meinen Arm und sie sagst: „Da kannst du nicht helfen, jetzt komm“ Und will mich fortziehen. Aber ich stemme mich mit aller Kraft dagegen. „Spinnst du?“ Frage ich sie. „Natürlich kann ich was machen, da kann ich nicht zusehen und einfach weiter laufen und du weißt verdammt noch mal auch wieso!“ Hektisch fange ich an, in meiner Handtasche zu wühlen. Ich finde alles, längst vergessene kleine Zettel mit Textideen, 5 Kullis, eine Haarbürste, einen Regenschirm, mein Haekelschweinchen, Bonbonpapier, Taschentücher nur mein Pfefferspray ist weg.

Mittlerweile hört man noch lautere Schreie. In 10 Metern Entfernung pöppeln 2 Jugendliche einen wehrlosen älteren Mann an. Der eine von den, vielleicht 16, mit einer blauen Cap tief ins Gesicht gezogen, schubs den Herrn. Dieser kann sich auf den Beinen halten, packt sich aber mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Schulter. Er schaut umher. Flehende Blicke. Ein „Hilfe“ kommt aus seinem Mund. Ich schaue was passiert. Und oh Wunder.. es passiert nichts.
Verdammt noch mal. Ich schütte mein Tascheninhalt aus. Nirgendwo ist das Spray. Sie steht immer noch neben mir und will weiter. „Komm schon – da wird schon jemand anderes was machen..“ ..“ Ich fange an zu schreien: „SIEHST DU DORT IGRENDJEMAND DER SO AUSSIEHT ALS WÜRDE ER WAS MACHEN?“
Schweißperlen stehen auf meiner Stirn – und nun weiß ich auch, wo mein Pfefferspray ist. Es liegt in der kleinen Gasse nicht weit entfernt von der belebten Fußgängerzone. Leer.

Vor nicht mal einem Monat ging ich an dieser Gasse vorbei, gegen abend. 19.oo. Ich wollte nach Hause.

Auf einmal sprach mich ein 20 Jahre älterer Kerl an „Heey süße, wohin des Weges?“ Ich lief weiter. Ich mag besoffene Kerle nicht die sind meistens so aufdringlich. „Ey, bleib mal stehen“ Ich versuchte nicht zusammenzuzucken und auch nicht meine Angst zu zeigen. Auf einmal berührte mich eine schweißnasse Hand an meinem linken Arm und der Kerl drehte mich zu sich um und zwang mich ihn genauer anzusehen. Braunes kurzes Haar, schiefe gelbe Zähne die er wohl nicht pflegte, aber dafür verdammt schöne braune Augen. Was mich wunderte war, dass er nicht nach Alkohol roch. Gänsehaut breitete sich aus, als er mit der anderen Hand über meinen Rücken strich. Was will der?
Er umfasste meinen linken Arm noch fester. „Aua. Sie tun mir weh.“ – Er grinste! Ich schaute auf den Boden. Seine rechte Hand faste leicht unter mein Kinn und drückte es nach oben, sodass ich wieder gezwungen war, in seine Augen zu schauen.
Als ich merkte, dass eine Gruppe Passanten an uns vorbeiliefen sagte ich laut. „Hören Sie auf. Was soll das? Was wollen sie von mir.“ Das hörten sie nicht. Aus Panik rief ich „LASS MICH LOS. SIE TUN MIR WEH.“
Die Fußgänger warfen sich blicke zu, blieben stehen und starten uns interessiert an. Mein Blick ging Hilfe suchen von einem zum andern. 3 Frauen und zwei Männer. Die Männer sahen so aus, als würden sie auch mal draufhauen, wenn es drauf ankommt.  Da hatte ich mich aber mächtig getäuscht. Als der Mann mir eine Hand auf den Mund presste und mich in die Seitengasse schubste, lief die Gruppe einfach weiter. Ich versuchte zu schreien. Panik stieg in mir auf. Ich will hier weg. Was geschieht hier nur? Wieso half mir keiner? Sahen sie nicht, wie ernst es war? Meine rechte Hand glitt in meine Tasche. Ich wühlte umher, bis ich etwas Kaltes fand. Mein Pfefferspray. Ich hatte schon länger eine solche Angst, dass mir genau DAS mal passieren könnte. Der Kerl guckte sich etwas aufgeregt, um, ob ihm die zwei  Kerle nicht doch folgten. Taten sie nicht. Als der Kerl mit bedenklich  nahe kam, hob ich meine Hand mit meinem Retter und sprühte ihm die volle Ladung ins Gesicht. Der Kerl war so erschrocken, dass er mich losließ. Zeit für mich los zu rennen. Ich rannte weinend nach Haus. Ich hatte von solchen Sachen gelesen und Angst, dass es mir auch passieren würde. Am nächsten Tag ging ich zu Polizei. Der Kerl wurde bis heute nicht gefunden.

Der große Schock war einfach nur, dass keiner half, dass ich dort alleine war…

„Du Penner, kannst dich nicht wehren was?“ Die Worte reißen mich aus meiner Erinnerung. Der ältere Mann sitz nun auf dem Boden – und alle Passanten liefen weiter. „Lassen sie mich in Ruhe.“ Das sollte nicht ängstlich klingen sondern bestimmt  - aber das hab ja selbst ich nicht geschafft … und dies Mal hatte ich kein Pfefferspray. Also fing ich an laut zu rufen „HILFE, WIESO HILFT DEN KEINER? VERDAMMT NOCH MAL?“ – Der andere Jugendliche zückte plötzlich ein Messer.  Einige Menschen eilten schnell am Geschehen vorbei und blieben in einigen Metern Entfernung stehen und gafften. Auch meine Freundin ist weiter gegangen und guckt aus noch weiterer Entfernung zu. Ich zücke mein Handy und rufe die Polizei an. Ich sage es sei dringen, hier würde ein Mann mit einem Messer bedroht werden und die Menschen würden nur schauen. Die Polizistin am Telefon, die sofort eine Streife losschickte, sagt ich soll bloß nichts machen. Ich mache Bilder von den Tätern. Diese Kerle gehören in den Knast.

Der Junge mit dem Messer geht weiter auf den Mann zu. Der krabbel nach hinten und lässt dabei den Kerl nicht aus den Augen. Er kommt dem Mann wieder näher. Und sticht in den Arm. Ein Aufschrei ging durch die Menge. Menschen bewegen sich, fort. Einer zückt ein Handy. Der Junge sticht erneuert zu. Ich hab Angst. Der Mann tut  mir leid und ich weiß, ich muss was machen, ein Anruf bei der Polizei genügt nicht, der verblutet bestimmt oder wenn die Jungen nicht nachgeben stirbt er. Ich erhebe meine Stimme und sage laut: „Polizei, lassen Sie uns durch. Zur Seite.“ Die Jungs blicken auf. Schauen sich an und laufen los. Schubsen eine alte Frau um und laufen weg. Ich stürze zu dem Mann, währenddessen rufe ich einen Krankenwagen. Ich beruhige den Mann: „Alles okay? Ganz ruhig, der Krankenwagen kommt sofort“ In die Menge rufe ich, dass ich einen Gürtel brauche, der mir auch sofort gereicht wird. Die Menschen bilden eine Traube um mich und den  Mann. Ich binde den Arm ab.
Vor lauter Empörung rufe ich „Hier gibt’s nichts zu sehen, ihr könnt euch verpissen, nun brauch ich eure Hilfe auch nicht mehr.“ Es gibt getuschelt.
Und endlich kommt der Krankenwagen und die Polizei. Der Mann wird ärztlich versorgt und die Menschen befragt.

Am nächsten Tag titeln die Zeitungen „17 – jährige rettet Mann“
Untertitel: Wieso schafft sowas kein Erwachsener Mensch?

Schaut auf, schaut hin, tut was. Das sind Menschen wie du und ich die dort Leid erfahren und bedroht werden. Diese Menschen sind nicht selber schuld sie reißen oftmals nicht ihr Maul auf. Baut euch keine Wand auf wo ihr denkt, euch kann das nicht passieren. Jedem kann es  passieren. Diese Geschichte hat sich so nicht abgespielt, aber das könnte sie, z.B jetzt gerade, sie könnte sogar mir passieren, wenn ich gleich heim gehe. Und, wer wünscht sich schon nicht, dass einem geholfen wird?

03.05.2011

Ich war am Montag an der Ostsee. Ich liebe dieses blaue, große Meer. Eine Wassermasse zwischen Land und Horizont. In weiter Ferne treffen der blaue Himmel und das Dunkel blaue Meer aufeinander. Der große Strand. Der weiche beige farbige Sand denn man so schön zwischen den Zehen fühlt. Die Muscheln, die nahe am Wasser liegen. Kleine und große, dreckige und saubere. Der Wind, der einem die Haare ins Gesicht wehen lässt. Und der Geruch vom Salzwasser – und manchmal auch Algen. Und wenn man an der Promenade entlang schlendert, riecht man Fisch, von dem Fischbrötchenverkaufstand.
Ich war schon lange nicht mehr da. Letztes Jahr als meine Eltern den Urlaub buchten, wollte ich nicht mit. Wir fuhren an die Nordsee, ich weiß, warum ich nicht an die Nordsee wollte. Sie ist nichts gegen die Ostsee. Schon allein Ebbe und Flut macht die Nordsee für mich unausstehlich. Und da wo wir Urlaub machte, gab es keinen Sandstrand, nein, vor dem Meer war alles mit Steinen ausgelegt. Irgendwie so Gar nicht Natur.
Aber, diesen Sommer geht es 2 Wochen an die Ostsee. Timmendorfer Strand. Vielleicht häng ich noch 2/3 Wochen dran, wegen eines Praktikums.

Ich liebe das Meer. Den Sand, das Wellenrauschen, die kleinen Kinder, die vor den Wellen wegrennen und lachen. Noch so unbeschwert. Wenn ich am Meer sitze und in die Ferne blicke, sehe ich eine Zukunft. Wenn ein Boot aufs Meer rausfährt, müsste es sich auch fragen, ob sie heil angekommen, ob sie ein Sturm erwartet, irgendein Problem. So vergleiche ich das Meer mit meinem Leben. Und ich spüre Freiheit. Man sieht die weit des Meers.

Als kleines Kind war ich gern im Meer. Ich schwamm immer bis zur Sandbank. Ich war stolz, ich stand im Wasser, obwohl ich so weit weg vom Ufer war. Ich wurde älter und traute mich nicht mehr hinein, wegen den Quallen, die ich früher eigentlich immer gerne anfasste, weil sie sich anfühlten wie Gummibärchen, wegen Haie die es eigentlich nicht in der Ostsee gibt, aber wer weiß. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Und ich habe Angst vor irgendwelchen Wasserpflanzen, die mich am Bein packen und herunter in die Tiefe ziehen. Sowas soll’s ja auch geben. Das sah ich letztens in einem Film. Da wickelte sich eine Pflanze um das Bein der Zeichentrickfigur und zog ihn hinab in die Tiefe. Er blubberte noch ein paar Blasen dann war er bewusstlos – oder tot.

Deswegen geh ich nur mit den Füßen an ziemlich ungefährlichen stellten ins Wasser. Andersrum könnte es da aber auch gefährlich sein, weil wer hat sich den noch nicht an etwas Spitzen geschnitten – z.B. einer zerbrochene Muschel?! Früher war ich viel sorgloser, da bin ich einfach ins Wasser gerannt und habe mich in die Wellen gestürzt. Das mach ich heute eigentlich auch noch gern. Also, so gegen die Wellen springen.

Wir haben damals auch so eine Fahrt über das Meer gemacht. Ich bin nicht seekrank oder so, aber ich hatte echt Angst, als wir so weit weg vom Ufer waren. Was würde ich machen, wenn das Boot untergeht?! Irgendwie geht so ein Boot ja immer unter. Ich mein, untergehen ist für so ein Boot keine große Herausforderung. Es braucht nur ein Leck von irgendetwas hartem, großen, kraftvollem und das ganze Wasser läuft da rein. Wie bei der Titanic – aber in der Ostsee findet man nicht allzu oft solch große Eisberge. Die Beste Schwimmerin war ich nicht also würde ich untergehen, wenn kein aufmerksamer mit Ertrinkender mich retten würde.

Aber diesen Sommer werde ich vor eher Aktuellen Ereignissen Angst haben. Ich hab immer so Bilder vor Augen, dass ich aus dem Meer komme, mit einer Ölschicht an mir. Dann glänze ich so schön schwarz in der Sonne. Oder, dass der ganze Strand abgesperrt ist, und wir nicht ins Wasser dürfen, wegen der radioaktiven Strahlen aus Japan, dir durch die Wasserbewegungen auf der ganzen Welt verteilt sind. Dann werd‘ ich aber ziemlich sauer, weil ich mich auf diesen wundervollen Urlaub nun schon ein halbes Jahr freue. Ich möchte einfach nur am Strand liegen, die Sonne auf mich scheinen lassen, das Meerrauschen hören, den leichten Wind fühlen und träumen. Träumen von einem Jungen, den ich überalles Lieben werde und er mich. Wir fahren gemeinsam in einem Cabrio über irgendwelche Landstraßen und hören ganz laut ganz tolle Sommermusik. Wir stoppen im Sonnenuntergang und er spielt auf seiner Gitarre– nur für mich. Er ist der perfekt Junge für mich.

Und ich sehe es schon kommen, dann lieg ich da, und träume und werde so müde, dass ich dann einschlafe, tief und fest. Irgendwann merk ich nur was Kaltes an einer Körperstelle und wache schreiend auf. Eine Möwe hat mich angekackt. Es sind noch 1000 andere Menschen am Strand, aber mich triffts. Und zu allem Überfluss hab ich einen Sonnenbrand.

Aber ich liebe die Ostsee und ich freue mich noch immer auf diesen Urlaub – und so ein kleines Abenteuer wäre doch spannend.

Dies war der erste Blick auf das Meer *_*




11.09.2010

Mein Herzlicht, Ich liebe dich

Jetzt sitz ich hier und denkt an dich,
An etwas anderes denken kann ich nicht.
Du bist so wunderbar
Das war mir von Anfang an klar.
Das Licht in meinem Leben bist Du
Mein Herz gibt nie Ruh.
Es schlägt nur für dich
Mein Herzlicht ich liebe dich.
Möchte für immer bei dir sein,
Sonst würde’ ich weinen.
Weil ich dich brauche wie…
Die Luft zum Atmen
Licht zum Leben
Trinken zum überleben
Beine zum gehen
Mund zum küssen
Und mein Herz um dich zu lieben.
Würde es dich nicht geben
Würde ich gehen
Ich würde die klinge nehmen
Und mir das Leben nehmen.
An deiner Hand hältst du mich
Du, mein Herzlicht.


Sandra Ja