03.05.2011

Ich war am Montag an der Ostsee. Ich liebe dieses blaue, große Meer. Eine Wassermasse zwischen Land und Horizont. In weiter Ferne treffen der blaue Himmel und das Dunkel blaue Meer aufeinander. Der große Strand. Der weiche beige farbige Sand denn man so schön zwischen den Zehen fühlt. Die Muscheln, die nahe am Wasser liegen. Kleine und große, dreckige und saubere. Der Wind, der einem die Haare ins Gesicht wehen lässt. Und der Geruch vom Salzwasser – und manchmal auch Algen. Und wenn man an der Promenade entlang schlendert, riecht man Fisch, von dem Fischbrötchenverkaufstand.
Ich war schon lange nicht mehr da. Letztes Jahr als meine Eltern den Urlaub buchten, wollte ich nicht mit. Wir fuhren an die Nordsee, ich weiß, warum ich nicht an die Nordsee wollte. Sie ist nichts gegen die Ostsee. Schon allein Ebbe und Flut macht die Nordsee für mich unausstehlich. Und da wo wir Urlaub machte, gab es keinen Sandstrand, nein, vor dem Meer war alles mit Steinen ausgelegt. Irgendwie so Gar nicht Natur.
Aber, diesen Sommer geht es 2 Wochen an die Ostsee. Timmendorfer Strand. Vielleicht häng ich noch 2/3 Wochen dran, wegen eines Praktikums.

Ich liebe das Meer. Den Sand, das Wellenrauschen, die kleinen Kinder, die vor den Wellen wegrennen und lachen. Noch so unbeschwert. Wenn ich am Meer sitze und in die Ferne blicke, sehe ich eine Zukunft. Wenn ein Boot aufs Meer rausfährt, müsste es sich auch fragen, ob sie heil angekommen, ob sie ein Sturm erwartet, irgendein Problem. So vergleiche ich das Meer mit meinem Leben. Und ich spüre Freiheit. Man sieht die weit des Meers.

Als kleines Kind war ich gern im Meer. Ich schwamm immer bis zur Sandbank. Ich war stolz, ich stand im Wasser, obwohl ich so weit weg vom Ufer war. Ich wurde älter und traute mich nicht mehr hinein, wegen den Quallen, die ich früher eigentlich immer gerne anfasste, weil sie sich anfühlten wie Gummibärchen, wegen Haie die es eigentlich nicht in der Ostsee gibt, aber wer weiß. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Und ich habe Angst vor irgendwelchen Wasserpflanzen, die mich am Bein packen und herunter in die Tiefe ziehen. Sowas soll’s ja auch geben. Das sah ich letztens in einem Film. Da wickelte sich eine Pflanze um das Bein der Zeichentrickfigur und zog ihn hinab in die Tiefe. Er blubberte noch ein paar Blasen dann war er bewusstlos – oder tot.

Deswegen geh ich nur mit den Füßen an ziemlich ungefährlichen stellten ins Wasser. Andersrum könnte es da aber auch gefährlich sein, weil wer hat sich den noch nicht an etwas Spitzen geschnitten – z.B. einer zerbrochene Muschel?! Früher war ich viel sorgloser, da bin ich einfach ins Wasser gerannt und habe mich in die Wellen gestürzt. Das mach ich heute eigentlich auch noch gern. Also, so gegen die Wellen springen.

Wir haben damals auch so eine Fahrt über das Meer gemacht. Ich bin nicht seekrank oder so, aber ich hatte echt Angst, als wir so weit weg vom Ufer waren. Was würde ich machen, wenn das Boot untergeht?! Irgendwie geht so ein Boot ja immer unter. Ich mein, untergehen ist für so ein Boot keine große Herausforderung. Es braucht nur ein Leck von irgendetwas hartem, großen, kraftvollem und das ganze Wasser läuft da rein. Wie bei der Titanic – aber in der Ostsee findet man nicht allzu oft solch große Eisberge. Die Beste Schwimmerin war ich nicht also würde ich untergehen, wenn kein aufmerksamer mit Ertrinkender mich retten würde.

Aber diesen Sommer werde ich vor eher Aktuellen Ereignissen Angst haben. Ich hab immer so Bilder vor Augen, dass ich aus dem Meer komme, mit einer Ölschicht an mir. Dann glänze ich so schön schwarz in der Sonne. Oder, dass der ganze Strand abgesperrt ist, und wir nicht ins Wasser dürfen, wegen der radioaktiven Strahlen aus Japan, dir durch die Wasserbewegungen auf der ganzen Welt verteilt sind. Dann werd‘ ich aber ziemlich sauer, weil ich mich auf diesen wundervollen Urlaub nun schon ein halbes Jahr freue. Ich möchte einfach nur am Strand liegen, die Sonne auf mich scheinen lassen, das Meerrauschen hören, den leichten Wind fühlen und träumen. Träumen von einem Jungen, den ich überalles Lieben werde und er mich. Wir fahren gemeinsam in einem Cabrio über irgendwelche Landstraßen und hören ganz laut ganz tolle Sommermusik. Wir stoppen im Sonnenuntergang und er spielt auf seiner Gitarre– nur für mich. Er ist der perfekt Junge für mich.

Und ich sehe es schon kommen, dann lieg ich da, und träume und werde so müde, dass ich dann einschlafe, tief und fest. Irgendwann merk ich nur was Kaltes an einer Körperstelle und wache schreiend auf. Eine Möwe hat mich angekackt. Es sind noch 1000 andere Menschen am Strand, aber mich triffts. Und zu allem Überfluss hab ich einen Sonnenbrand.

Aber ich liebe die Ostsee und ich freue mich noch immer auf diesen Urlaub – und so ein kleines Abenteuer wäre doch spannend.

Dies war der erste Blick auf das Meer *_*




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